Aktuelles


Internationalisierung als Chance in herausfordernden Zeiten

Wissenschaft, Wirtschaft und Politik diskutieren Wege zu mehr Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands


Unter dem Leitthema „Erfolgreiche Internationalisierung im Mittelstand“ kamen beim Mittelstandstag 2026 an der Hochschule Mittweida Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zusammen, um über die Zukunft des deutschen Mittelstands im internationalen Wettbewerb zu diskutieren.


Veranstaltet wurde die Tagung vom unserem Management Institut Mittweida e. V. (MIM e. V.) in Kooperation mit dem Prorektorat Forschung der Hochschule Mittweida. Das Management Institut Mittweida unter Vorsitz von Prof. Dr. Klaus Vollert versteht sich als Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis und setzt sich für den Wissenstransfer zwischen Hochschule, Wirtschaft und Gesellschaft ein. Prof. Vollert moderierte die Veranstaltung und führte durch das Tagesprogramm.


Eröffnet wurde der Mittelstandstag durch den Prorektor für Forschung der Hochschule Mittweida, Prof. Dr. Uwe Mahn, der die Gäste begrüßte und die internationale Ausrichtung der Hochschule Mittweida sowie ihre vielfältigen internationalen Partnerschaften und Aktivitäten vorstellte. Auch der Dekan der Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen Prof. Dr. Johannes Stelling überbrachte ein Grußwort.

In seiner Begrüßung betonte Prof. Dr. Klaus Vollert die besondere Rolle des Mittelstands für Deutschland. Gerade in wirtschaftlich und geopolitisch schwierigen Zeiten stelle sich die Frage, wie Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern und neue Wachstumschancen erschließen können. Internationalisierung sei dabei kein Selbstzweck, sondern ein wichtiger Baustein für Innovation, Wachstum und Zukunftssicherung.

Den Auftakt der Fachvorträge machte der Rektor der Hochschule Mittweida, Prof. Dr. Volker Tolkmitt, mit einer volkswirtschaftlichen Betrachtung der Internationalisierung. Er verdeutlichte die Bedeutung von Forschung, Bildung, Innovation und verlässlichen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Gleichzeitig machte er deutlich, dass sich Deutschland und insbesondere der industrielle Mittelstand in einem zunehmend anspruchsvollen globalen Wettbewerbsumfeld behaupten müssen. Forschung, technologische Entwicklung und internationale Offenheit seien dabei entscheidende Erfolgsfaktoren.

Einen besonderen internationalen Akzent setzte anschließend Prof. Dr. Brownhilder Neneh von der University of the Free State in Südafrika. Ihr Besuch an der Hochschule Mittweida erfolgte im Rahmen der International Week, die von Dr. Cornelius Hagenmeier organisiert und verantwortet wurde. Damit entstand zugleich eine inhaltliche Brücke zwischen den internationalen Aktivitäten der Hochschule und dem Mittelstandstag. Prof. Neneh stellte Südafrika als attraktiven Wachstumsmarkt und zugleich als strategisches Eingangstor zum afrikanischen Wirtschaftsraum vor. Besonders die fortschreitende Digitalisierung, die Energiewende, moderne Landwirtschaft sowie Infrastruktur- und Gesundheitsprojekte bieten aus ihrer Sicht interessante Perspektiven für deutsche Unternehmen. Gleichzeitig betonte sie, dass erfolgreiche Internationalisierung immer auf starken lokalen Partnerschaften, kulturellem Verständnis und langfristigem Engagement beruhe. Ihre Botschaft war eindeutig: Internationale Märkte eröffnen gerade mittelständischen Unternehmen erhebliche Wachstumschancen, wenn technologische Kompetenz mit lokaler Marktkenntnis und belastbaren Netzwerken verbunden wird.

Die politische Perspektive brachten Harald Wittreck vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz sowie der ehemalige Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst ein. Beide machten deutlich, dass sich der deutsche Mittelstand derzeit in einem schwierigen Umfeld bewegt. Geopolitische Spannungen, unterbrochene Lieferketten, hohe Energie- und Standortkosten, Fachkräftemangel sowie zunehmende regulatorische Anforderungen belasten viele Unternehmen.

Gleichzeitig wurde die Forderung nach besseren wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen deutlich. Bürokratieabbau, schnellere Genehmigungsprozesse, Planungssicherheit und eine stärkere Unterstützung von Innovationen und Investitionen seien wichtige Voraussetzungen, damit mittelständische Unternehmen ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit erhalten und ausbauen können.

Dennoch überwog bei allen Vorträgen der Blick nach vorn. Internationalisierung wurde nicht als Risiko, sondern als Chance verstanden – als Chance auf neue Märkte, zusätzliche Wachstumspotenziale, technologische Kooperationen und eine breitere wirtschaftliche Basis. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten könne die Erschließung internationaler Märkte einen wichtigen Beitrag zur Zukunftssicherung des Mittelstands leisten.

Ein Highlight des Nachmittags war der Vortrag von Jun.-Prof. Dr. Julian Schenkenhofer von der WHU – Otto Beisheim School of Management. Anhand der sogenannten Hidden Champions zeigte er, warum Deutschland bis heute zu den erfolgreichsten Exportnationen der Welt gehört. Familiengeführte Weltmarktführer, langfristiges Denken, technologische Exzellenz und konsequente Nischenstrategien seien wesentliche Erfolgsfaktoren dieser Unternehmen.

Im Anschluss berichteten Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Praxis über ihre Erfahrungen mit Internationalisierung, Digitalisierung und globalen Netzwerken. Marco Rutzke von der NetTask GmbH stellte die Bedeutung internationaler Technologie-Ökosysteme und strategischer Allianzen heraus. Prof. Andreas Wild berichtete über seine Erfahrungen aus internationalen Konzernstrukturen bei IBM. Robert Schlesiger schilderte die Herausforderungen und Erfolgsfaktoren beim Aufbau internationaler Geschäftsaktivitäten. Mit Prof. Detlev Müller und René In der Stroth präsentierte sich zudem die IMM electronics GmbH als Beispiel eines erfolgreichen sächsischen Hidden Champions.

Die zentrale Botschaft des Mittelstandstags zog sich wie ein roter Faden durch alle Vorträge: Der deutsche Mittelstand steht zweifellos vor großen Herausforderungen. Gleichzeitig liegen gerade in der Internationalisierung erhebliche Chancen für Wachstum, Innovation und langfristige Wettbewerbsfähigkeit. Wer internationale Märkte erschließt, Partnerschaften aufbaut und globale Entwicklungen aktiv gestaltet, kann auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten neue Potenziale erschließen.

Der Mittelstandstag 2026 machte damit eindrucksvoll deutlich, dass die Zukunft des Mittelstands nicht im Rückzug, sondern in Offenheit, Vernetzung und internationalem Denken liegt. Gerade in einer Zeit wirtschaftlicher Unsicherheit kann Internationalisierung ein entscheidender Schlüssel sein, um die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen nachhaltig zu stärken.

Mit zahlreichen Impulsen, intensiven Diskussionen und neuen Kontakten endete eine Veranstaltung, die Wissenschaft, Wirtschaft und Politik erfolgreich zusammengebracht und wichtige Perspektiven für die Zukunft des Mittelstands aufgezeigt hat. Natürlich bedanken wir uns bei den Referenten und allen Beteiligten, die im Hintergrund zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben. Bei den vielen Gästen bedanken wir uns für ihr Kommen.

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Bild Mittelstandstag 2026

Deutschlandstipendium des MIM: Förderung schafft Freiräume für Zukunftsideen

Seit Oktober vergangenen Jahres unterstützt das Management Institut Mittweida e.V. (MIM) drei Studierende der Hochschule Mittweida. University of Applied Science im Rahmen des Deutschlandstipendiums. Wie wertvoll diese Förderung sein kann, zeigte eindrucksvoll das gemeinsame Gespräch am Montag, den 04. Mai 2026 zwischen dem Stipendiaten Adam Pomyje und dem Vorsitzenden des MIM, Prof. Dr. Vollert.

Adam Pomyje blickt bereits auf einen bemerkenswerten beruflichen und akademischen Weg zurück. Nach seinem Bachelorstudium zum Nachhaltigen Immobilienmanagement an der Hochschule Mittweida (https://www.wi.hs-mittweida.de/studienangebote/bachelor-of-engineering-nachhaltiges-immobilienmanagement/) sammelte er praktische Erfahrungen bei der Firma Tesla in Grünheide. Anschließend entschied er sich bewusst für eine weitere akademische Qualifikation und studiert heute Ingenieurwissenschaft sowie im Masterstudiengang Industrial Management an der Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen der Hochschule Mittweida (https://www.wi.hs-mittweida.de/studienangebote/industrial-management-master-of-science/).

Gleichzeitig arbeitet er mit großem Engagement an seiner unternehmerischen Zukunft. Im Mittelpunkt steht dabei eine innovative Anwendung der Drohnentechnologie zur Überprüfung der Klimaeffizienz – ein spannendes Beispiel dafür, wie technologische Innovation und nachhaltiges Denken miteinander verbunden werden können.

Besonders betonte Adam Pomyje die Bedeutung des Deutschlandstipendiums für seinen persönlichen und akademischen Erfolg. Gerade in einer entscheidenden Prüfungsphase habe ihm die Unterstützung des MIM wichtige Freiräume geschaffen: Zusätzliche Nebenjobs oder weitere Einnahmequellen seien nicht notwendig gewesen, sodass er sich vollständig auf seine Prüfungsvorbereitung konzentrieren konnte.

Das Managementinstitut Mittweida sieht in der Förderung junger Talente eine wichtige Investition in die Zukunft. Die Entwicklung von Studierenden wie Adam Pomyje zeigt eindrucksvoll, wie gezielte Unterstützung innovative Ideen, persönliche Entwicklung und auch unternehmerischen Mut fördern kann. Wir wünschen allen unseren Stipendiaten weiterhin viel Erfolg und eine glückliche Zukunft!


Bild Save the Date Mittelstandstag 2026 + Kontakt

27.01.2026 Als neue Mitglieder des MIMs begrüßen wir Prof. Dr. Thomas Meier und Frau Nikola Augustin. Wir heißen beide herzlich willkommen!

25.11.2025 – Hauptjahresversammlung Management Institute Mittweida e.V.

November 2025 – Aufnahme neues Vereinsmitglied Herr Thomas Kleebaum

Juli 2025 – Aufnahme neues Vereinsmitglied Herr Jens Klöpfel